Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso


Haribo


Den bekanntesten deutschen Werbeslogan »Haribo macht Kinder froh« (laut Umfrage der »TV Hören und Sehen« kennen ihn 77 Prozent der Deutschen) soll Firmeninhaber Hans Riegel, so wird es zumindest überliefert, von einem durchreisenden Werbetexter zu Beginn der dreißiger Jahren für 20 Reichsmark erstanden haben. Damals noch ohne den Zusatz »und Erwachsene ebenso«. Der kam erst Anno 1962 hinzu, als man ganz erfreut gemerkt hatte, daß nicht nur Kinder in die Tüte greifen. Speziell für die ersten Haribo-Fernsehspots hängte man den entscheidenden Zusatz an. Am 13. Dezember 1920 hatte Riegel die Firma Haribo (Akronym für »Hans Riegel Bonn«) mit dem bescheidenen Startkapital von einem Sack Zucker gegründet. Zunächst kochte er nur Bonbons. 1922 hatte Riegel dann die wunderbare Idee, Fruchtgummi in die Form eines »Tanzbären« zu packen. Er wurde von Hand in Form gegossen, die Tagesproduktion betrug einen Zentner, und Ehefrau Gertrud Riegel lieferte die Ware mit dem betriebseigenen Fahrrad an die Kunden aus. Der Urahn des heutigen Goldbären war damals noch etwas größer und auch schlanker als seine Enkel. Im Ha-ribo-Sortiment der fünfziger Jahre heißt er »Teddybär«. Der heutige gemeine Goldbär hat einen kleineren und einen größeren Bruder. Den Mini- (1,7cm) und den Super-Goldbären (2,2cm). Allein die binnen eines Jahres in Deutschland weggeputzten Goldbären würden aneinandergereiht, und wenn sie nicht vernascht worden wären, eine Goldbärenfrie-denskette ergeben, die etwa dreimal um den Globus reicht. Haribo ist heute der weltweit größte Hersteller von Fruchtgummi und Lakritzprodukten, 70 Millionen Goldbären wandern täglich in die Welt hinaus. Von Hans-Dietrich Genscher weiß man, daß er in seinem Diplomatenkoffer neben wichtigen Verträgen immer eine Tüte Goldbären dabeihatte. Seit Ende der achtziger Jahre preist Thomas Gottschalk im Fernsehen den Nährwert der Süßigkeiten. Der erste Spot mit ihm hieß »Eintopf« und wurde von Kir-Royal-Regisseur Helmut Dietl in Szene gesetzt. Gottschalk, der seine allseits bekannte Kauleiste zuvor schon in den Dienst von McDonald's gestellt hatte, was sowohl auf eine ausgewogene Ernährung wie auch auf honorarabhängige Ernährungsgewohnheiten schließen läßt, bekam für zwei Jahre überzeugend bewiesenes Gummibärchen-Engagement unbestätigten Gerüchten zufolge drei Millionen Mark. Pikanterie am Rande: Eigentlich arbeitete die McDonald's-Agentur Heye & Partner auch für Haribo. Aber sie wurde für die Gottschalk-Auftritte ausgemustert, weil Tommi durchgesetzt hatte, daß nur er gemeinsam mit dem ehemaligen Heye & Partner-Texter Rainer Szymanski den kreativen Input geben durfte.
Quellen: Info Pressestelle Haribo GmbH, Spiegel 7/65; w&v 13/91
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