Mann, sind die dick, Mann


Superdickmanns

Die Firma, die Dickmanns Schokoküsse herstellt, trägt, nicht sonderlich verwunderlich, selbst den Namen Dickmann. Die leckeren Dickmacher waren unter dem Namen »Frischkuß« gestartet, aber eine einstweilige Verfügung zwang zur Namensänderung. Es galt, eine Alternative zu finden, und an dieser Stelle geschah das für Werbeleute Unfaßbare: Der damalige Vorsitzende der Geschäftsleitung ersann nicht nur den neuen Namen (»Dickmanns«), sondern den Slogan gleich mit: »Mann, sind die dick, Mann«. Was zu einem entrüsteten Aufschrei der betreuenden William Wilkens Werbeagentur führte. Ein Produkt in den Zeiten des Schlankheits- und Gesundheitswahns in dieser Weise zu benennen sei kontraproduktiv und amateurhaft. Als der Slogan dann einschlug wie leckere Mohrenköpfe in die Figur, war man verständlicherweise längst von der Werbebotschaft überzeugt. Die Idee zu den sehr bekannt gewordenen Fernsehspots stammte von dem Wilkens-Mann Peter Goldammer. Die ersten »Mohrenköpfe«, eine baiserartige Eischaum-masse mit Schokoladenüberzug, wurden um die Jahrhundertwende in Frankreich hergestellt und kamen von dort auch bald in deutsche Konditoreien. Der Name »Negerkuß« rührt wohl daher, daß »baiser« im Französischen unter anderem auch »küssen« bedeutet. Der dunkle Überzug, die schwarze Hautfarbe - die Verbindung zu »Negern« und »Mohren« war hergestellt. 1981 übernahm die Firma Storck das Unternehmen Dickmann von dem damaligen Besitzer Associated Biscuits - das Geschäft ging damals eher schlecht, und die Schokoküsse hatten nach eigenem Bekenntnis der Firma mit schlechter Qualität zu kämpfen. Eine neue Rezeptur schaffte Abhilfe, die Frischebox kam dazu, und dank des Slogans »Mann, sind die dick, Mann« ließ auch der Markterfolg nicht mehr lange auf sich warten. Die teilweise schweinigelnden Interpretationsmöglichkeiten des Slogans trugen ihren Teil dazu bei.
Quelle: w&v 45/94; Info: Michael Pahnke & Partner Markenmacherei
Zurück