Bitte ein Bit !


Bitburger Bier

Einer der am schlechtesten bezahlten Werbetexter aller Zeiten ist ein unbekannter Kellner. Er plauderte einen Slogan aus, den inzwischen fast jeder kennt und der genial eingängig ist. Sein Lohn: ein mageres Trinkgeld. Gehen wir ein paar Jahre zurück: 1955 bedient unser Kellner in einem kleinen Gartenlokal zufällig den Geschäftsführer der Bitburger Brauerei, Bertrand Simon. Der bestellt natürlich ein Pils aus eigener Herstellung, und schon gibt der Kellner die Bestellung an den Wirt weiter: »Bitte ein Bit!« Ein Klassiker war geboren, dessen lyrische Schönheit und aphoristische Prägnanz seither Generationen von Germanisten mehr über den Stabreim lehrt als jede Vorlesung. Zurück aus der Sommerfrische, machte der Spruch im Kreise der Brauer-Familie die Runde. Theobald Simon, der Vertriebsleiter des Familienunternehmens, erkannte rasch seine Werbewirksamkeit und beförderte ihn zum hauseigenen Slogan. Von seiner Hand geschrieben, schmückt er noch heute die Anzeigen und Etiketten der Firma, und immerhin 86 Prozent der Biertrinker kennen den Ausspruch (Warum ihn vierzehn Prozent nicht kennen, bleibt ein Rätsel). Nicht ganz ernst gemeint war wohl ein Fünfziger-Jahre-Slogan: »Abends Bit - morgens fit«. 1966 hieß es: »Das Bier, das beim Einschenken seinen Namen sagt«. Blubb, blubb, blubb?
Quelle: Bit-Magazin 2/95
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